MPU bestehen ohne Abstinenznachweis

MPU-Kontrolliertes Trinken ohne einen Nachweis der Abstinenz


Das klingt wie die Lösung des Problems. Ist es aber keinesfalls!
Die konkreten Bedingungen für diese Maßnahme sind strikt einzuhalten und für Gewohnheitstrinker ist das besonders schwierig.
Es ist erforderlich und hilfreich, frühzeitig zu erfragen, ob der Abstinenznachweis von Ihnen vorzulegen ist.
Wenn der nicht explizit verlangt wird, kann eben auch der freiwillig erbrachte Nachweis mit „Kontrolliertem Trinken“ möglich sein. Auf jeden Fall wird dem Psychologen damit klar, dass Sie sich mit dem falschen verhalten auseinandersetzen und Veränderungen herbeiführen werden.

Was bedeutet kontrolliertes Trinken?

Als Kurzfassung sind 3 Punkte wichtig:
1. Kein kompletter Verzicht auf Alkohol ist notwendig.
2. Das langwierige und kostenintensive Abstinenzprogramm entfällt.
3. Ein Nachweis für Alkoholverzicht, wie bei den anderen MPU Verfahren, entfällt.

Wie ist dann eine MPU möglich?

Einige Voraussetzungen sind vorgegeben, die Sie erfüllen müssen. Unbedingt ist für das positive Gutachten der Alkoholkonsum einzuschränken.

Das gesamte Verhalten mit dem Trinken alkoholischer Getränke muss nun gänzlich verändert werden.
Eine wichtige Voraussetzung ist:
1. Geringe Messwerte bei den angesetzten Untersuchungen von Atem, Blut, Urin und Haaren.

2. Keine weiteren Auffälligkeiten mit Alkoholkonsum.

Was ist unter dem kontrollierten Trinken zu verstehen?
Wer sich für diese Form entscheidet, der macht es für die ganze verbleibende Lebenszeit. Die strikte Einhaltung der sehr drastischen Einschränkung des Alkoholkonsums bedeutet, dass die empfundene Lebensqualität ebenfalls eingeschränkt wird. Die Feierlichkeiten, die im Leben noch anstehen, sind fast ohne alkoholische Getränke zu absolvieren.

Welche Merkmale gehören zum kontrollierten Trinken?

  • keine Regelmäßigkeit beim Alkoholkonsum
  • nur geringe Mengen sind erlaubt
  • getrunken wird nur als Genuss
  • Alkohol hat keine weitere Funktion im Sinne von „alles vergessen“
  • Selbstkontrolle beim Konsum alkoholischer Getränke durch Berechnung der Promille

Welche Hilfsmittel stehen für die Kontrolle zur Verfügung?

Hier ist die Führung eines Trinktagebuches von großem Wert. Dazu müssen Ihre Gewohnheiten beim Konsum von Alkohol wahrheitsgemäß erfasst werden.
Belügen Sie sich nicht selbst! Mit diesem Fehler erreichen Sie die Vorgaben für das Bestehen der MPU nie.
Das Tagebuch kann in einer handschriftlichen Notiz geführt werden. Dazu muss man dann aber viel rechnen. Mit einer Tabelle im Computer übernimmt das Programm die Errechnung der Mengen.
Erfassen Sie die folgenden Parameter:
1. Datum
2. Uhrzeit
3. Anlass/Grund
4. Menge
5. Art

Mit dieser Übersicht gewinnen Sie den Einblick in das tatsächliche Trinkverhalten. Es ergibt sich bei der näheren Überprüfung, ob die Daten in dem Rahmen der MPU liegen oder nicht. So können Sie sich die Differenz errechnen und geeignete Maßnahmen zur Einschränkung beginnen.
Legen Sie sich einen Plan an, der Sie zum kontrollierten Trinken bringt!
Das ist der Weg für das Bestehen einer MPU mit kontrolliertem Trinken. Die Einschränkungen, die Sie sich auferlegen müssen, werden anfangs hart empfunden. Die langsame Gewöhnung an die reduzierten Mengen, die weiter sinken, hilft dabei.
Welche Mengen Alkohol stehen auf der erlaubten Seite?
Das ist die Frage, die zunächst durch Ihren Kopf gehen wird. Wer sich auf die MPU mit kontrolliertem Trinken vorbereitet, muss viel rechnen.
Es darf ja nicht in den Zustand der Betrunkenheit kommen. Ein Rausch ist nicht erlaubt!
Welche Faktoren müssen bei der Berechnung einer erlaubten Menge herangezogen werden?
1. Geschlecht
2. Alter
3. gesundheitliche Verfassung
4. Vorschädigung der Leber durch andere Komponenten
Wie Sie hier bereits erkennen, ist eine Zahl, die für alle gilt, nicht zur Verfügung.
Wozu diesen alle diese Beschränkungen?
Das Umdenken ist das eigentliche Ziel. Die Erkenntnis, dass es Alternativen gibt, die ohne Alkohol auskommen. Diese eingehende Beschäftigung mit sich und dem Trinkverhalten führt oft zur Einsicht, dass es auch ohne diese Stimulantien geht. Der Aufwand und der konsequente Wille zum Durchhalten ist sehr individuell.

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